Klangstark! – Die zweite Generation des MMX-300

Disclaimer: das MMX-300 wurde uns von beyerdynamic zur Verfügung gestellt, dennoch ist dieses Review ehrlich und unbeeinflusst.

 

Das MMX-300 ist ein Headset der deutschen Firma beyerdynamic und zielt darauf ab, mit 90 Jahren an Audio-Erfahrung und den Hardware-Technologien der privaten Luftfahrt und des professionellen Tonstudio-Bereichs, das ideale Gaming Headset zu liefern. Doch kann es halten, was es für den Preis von 299€ verspricht?

 

Ersteindruck:

Geliefert wird das Headset in einer wunderschönen Box. Es auspacken und in anschließend in den Händen zu halten war ein wahrer Genuss. Die Ohrmuscheln fühlen sich angenehm weich an und werden von einer Verschalung aus Plastik und eloxierten Aluminium geschützt. Es macht den Eindruck, als würde es keine internen Schäden oder Probleme geben, sollte es bei einem Wutausbruch, der durchaus beim Zockem mal vorkommen kann, gegen eine Wand oder vom Tisch fliegen.

Das Mikrofon scheint stabil gebaut und lässt sich problemlos so biegen wie man es vor seinem Mund haben möchte. Das relativ dicke Kabel des Headsets hat eine angenehm weiche Gummierung, die allem Anschein nach einige Male vom Stuhl überrollt werden kann, ohne einen ersichtlichen Schaden aufzuweisen. Der Klinkenstecker am Headset selbst ist relativ tief im Headset versteckt und verankert sich gut. Es kann also nicht versehentlich das Kabel herausgerissen werden oder ein Bruch an der Buchse oder am Stecker auftreten.

Insgesamt scheint der Ersteindruck vom MMX-300 sehr edel, wohl durchdacht, robust und gemütlich.

 

Nach längerem Nutzen…:

… hat sich der Ersteindruck bewahrheitet. Das MMX-300 ist sehr komfortabel zu tragen. Auch nach gut acht Stunden stört es weder an den Ohren noch merkt man Druckstellen. Das Gewicht ist angenehm und ist nicht zu schwer. Nach einiger Zeit lässt sich dies zwar spüren, doch dürfte dies die wenigsten stören. Klangtechnisch ist das Headset unangefochten.

Manche Studiokopfhörer der gleichen Preiskategorie hören sich nicht besser als das MMX-300 an, was in sich schon ein großer Erfolg ist. Höhen und Tiefen können einwandfrei und ohne Komprimierung gehört werden. Frequenzen, bei denen andere Headsets einfach nichts senden, kommen aus den Kopfhörern des MMX-300 noch immer satt. Die Ohrmuscheln blockieren, wenn das Headset Töne sendet, die Außenwelt fast vollkommen. Wenn man also auf Abruf ist oder oft auf die Außenwelt achten muss, wie zum Beispiel bei Eltern, ist das MMX-300 nicht die beste Wahl, außer man setzt es nur halb auf.

Das Mikrofon ist einwandfrei. Mit meinem Shure SM58 Mikrofon bin ich schon relativ verwöhnt gewesen, was die Qualität des Mikrofons angeht. Doch sogar das Shure SM58 hatte bei mir Hintergrundgeräusche, weshalb ich die Rauschunterdrückung von Windows aktiviert hatte. Nicht so mit dem MMX-300. Rede ich nicht, kommt kein Knacken, kein Rauschen, kein Fiepen am Computer an. Anfangs wunderte ich mich, ob ich das Mikrofon nicht doch gemutet habe, da sich sogar auf Dauersenden im TeamSpeak keiner beschwerte. Es ist jedoch keine intern eingebaute Rauschunterdrückung, da es nicht herunter regelt, sollte ich einen Ton länger halten. Zum Test habe ich einen Ton 15 Sekunden lang gehalten, die Rauschunterdrückung von Windows hätte schon nach 2 Sekunden den Ton ins nichts herunter reduziert – das MMX300 tat dies nicht. Somit ist davon auszugehen, dass das Mikrofon wirklich so gut ist.

Den Klinkenstecker musste ich in das Headset fast schon reindrehen. Es ist eine sehr solide Konstruktion, die gut durchdacht wurde. Doch muss auf folgendes aufgepasst werden: Aufgrund der straffen Konstruktion kann es sein, dass man zwar denkt das Headset angeschlossen zu haben, doch in Wahrheit steckt der Stecker nur fest, ist aber nicht eingesteckt. Etwas mehr Druck und eine leichte Drehung garantieren, dass der Stecker sitzt und sich dort auch nicht freiwillig wegbewegt. Dennoch ist er lose genug drin, dass weder Kabel noch Headset etwas zustößt sollte man versehentlich auf dem Kabel stehen und aufstehen.

Am Kabel selbst ist eine kleine Steuerungseinheit aus Plastik, auf der man die Lautstärke der Kopfhörer einstellen, sein Mikrofon mit einer Taste stummschalten und einen eingehenden Anruf annehmen kann. An diesem Schaltkästchen liegt auch meine größte Kritik. Sollte dem MMX-300 ein Schaden zukommen, dann wird dieser wahrscheinlich genau dort auftreten. Viel lieber wäre es mir gewesen, wenn das Kästchen auch aus eloxiertem Aluminium bestünde, einfach um mehr Sicherheit zu geben. Auch ist es für meine Verhältnisse nicht am richtigen Ort angebracht. Ich greife immer eine Handbreit zu tief und hangele mich dann am Kabel herauf, bis ich zur Steuerungseinheit komme. Dies kommt jedoch sicher mit der Zeit.

Alles in allem ist dies jedoch schon Meckern auf hohem Niveau. Das Kästchen wurde gut in das Kabel integriert und hält einiges an Zug aus.

 

Fazit:

Alles in allem ist das MMX-300 ein stabiles, gemütliches, klangstarkes Headset, das seinesgleichen sucht. Musik und Spielsounds wie Steps heben sich klar und scharf ab. Um einen herum könnte vieles passieren, ohne dass es das Spiel stört. Das Mikrofon ist solide, das Kabel hält viel aus. Das MMX-300 ist das ideale Premium Headset für die, die die gute alte “Made in Germany“-Qualität haben wollen und kein blinkendes, blitzendes, überdesigntes Headset. Zwar sind 299€ ein stolzer Preis, doch ist das MMX-300 jeden Cent Wert, da es, bei guter Behandlung, einem Spieler über Jahre treu dienen kann.

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