Warum die BlizzCon DAS Esport-Event des Jahres wird

Die Weltmeisterschaft in League of Legends steht kurz vor dem Ende, da kommt schon das nächste große Event im Esport um die Ecke. Natürlich reden wir von der BlizzCon 2017 und ihren Esport-Turnieren. Blizzard hatte seinerzeit den Grundstein für die millardenschwere Industrie gelegt. StarCraft: Brood War läutete die Professionalisierung des Daddelns ein wie es kein Spiel zuvor tat und ist daher zurecht immer noch ein wichtiger Bestandteil der koreanischen Szene und erlebt dort auch zur Zeit eine Renaissance.

Auch das MOBA-Genre ist auf den Klassiker Blizzards zurückzuführen und wurde später als Map in Warcraft III: The Frozen Throne perfektioniert. Das Prinzip des originalen DotA wurde oft seitdem kopiert und der elektronische Sport würde heute ohne seinen Nachfolger und Riots Adaption, League of Legends, ganz anders aussehen.

Trotz dieses Einflusses wurde Blizzards Vormachtstellung oft in Frage gestellt und die Zahlen scheinen diese Behauptung zu unterstützen. Dota 2, Counter-Strike: Global Offensive und League of Legends dominieren den Gaming Wettbewerb in vielerlei Hinsicht: Sie haben die meisten Spieler und Zuschauer, ziehen die lukrativsten Werbe- und Sponsordeals and Land und legen ein Produktionslevel an den Tag, das ihres gleichen sucht.

Im Vergleich dazu scheinen die Blizzard-Spiele eher in der zweiten Reihe zu stehen. Während sowohl Overwatch als auch Hearthstone auf Twitch sehr beliebt sind und sich auch die anderen Esport-Titel wie StarCraft II und Heroes of the Storm ganz gut schlagen (und auch kommerziell recht erfolgreich sind), gibt es immer noch eine große Lücke zwischen Blizzard und den großen Drei.

Entgegen dieser Tatsachen denken wir, dass die BlizzCon 2017 das wohl packendste und beste Esport-Ereignis des Jahres wird und diesen Stand auch noch in den nächsten Jahren ausbauen wird. Hier die drei Gründe, warum dies so ist.

Ein Spiel für jeden Geschmack

Zu dem Zeitpunkt als dieser Artikel verfasst wird, sind fünf der 25 am meisten geschauten Spiele auf Twitch von Blizzard. Overwatch und Hearthstone schlagen sich besonders gut, letzteres ist regelmäßig auf Platz 2 oder 3 vorzufinden. Während WoW eine Ausnahme bildet, da die Esport-Szene dort im Vergleich eher schwach ausgeprägt ist, schaffen es StarCraft II und Heroes of the Storm auch oft in die Top 20, obwohl beide Spiel totgesagt werden.

Die Vielzahl an Spiele ist symbolisch für den Esport als Ganzes, da sie verschiedene Typen von Spielern ansprechen. Esport war von Anfang an ein Grass Roots-Phänomen, welches sich aus leidenschaftlichen Communitys entwickelt hat. Daher ist Gamin bis heute keine zentral organisierte Sportart, wenn man so will. Stattdessen wächst die Szene dank der großen Anzahl an Szenen, die sich selber als kompetitiv sehen.

Die meisten Spiele von Blizzard werden kompetitiv gespielt. Wird sich Overwatch 2018 zu den großen Drei gesellen? Quelle: Blizzard Entertainment

Blizzards Katalog spiegelt diese dezentrale Organisation des Esport in viele kleinere Gemeinschaften wider, indem sie viele davon repräsentieren. Ihre Philosophie, „leicht zu lernen, hart zu meistern“ ist stark mit diesem Konzept verflochten. Blizzard ist allgemein dafür bekannt, sich an andere Spielen und Genres zu bedienen und sich darauf zu fokussieren, die Stärken auszubauen und Unnötiges wie zu Komplexes zu streichen. Während einige dagegenhalten mögen, dass diese Philosophie den kompetitiven Kern des Esport aushöhlt, scheint dieses Argument sehr elitär. Dies ist dadurch belegbar, dass es viele professionelle Spieler gibt, die sich mit ihrem Skill deutlich von dem Gros der Spielerschaft abheben und damit ihr Geld verdienen.

Neuen Spielern den Einstieg in ein Spiel zu verwehren, einfach weil es zu schwer ist, kann daher nicht die Lösung sein. Das hat Blizzard vor langer Zeit verstanden. Daher sind ihre Spieler sehr beliebt im Esport und bieten für (fast) jeden Geschmack etwas.

Wenn ihr euch für RTS interessiert, führt heute kein Weg mehr an StarCraft II vorbei (oder Brood War, wenn man so will). Oh, ihr wollt kein Makromanagement betreiben und spiel lieber MOBAs? Kein Problem, installiert einfach Heroes.  Oder seid ihr eher FPS-Spieler? Dann versucht es doch einmal mit Overwatch.

Natürlich ist es unmöglich allen Ansprüchen gerecht zu werden, aber Blizzard kommt dem Ideal schon sehr nahe. Im Gegesatz zu Valve und Riot setzen sie nicht auf nur eine (oder zwei) Karte(n). Blizzard spürt frische Konzepte auf und orientiert sich so am Markt. Es ist sehr vorteilhaft, dass sie sich nicht auf den Erfolg eines Spiels verlassen, sondern auf mehreren Standbeinen stehen.

Die BlizzCon ist daher der alljärhliche Höhepunkt all ihrer Spiele. Dieses Jahr gibt es mehr Preisgeld als je zuvor. Allein der Gewinner der StarCraft II-Global Finals wird 280.000$ abkassieren, den größten Betrag, den die Szene bisher gesehen hat. Heroes, Overwatch, Hearthstone und WoW werden auch für mehr als eine Woche weltklasse Unterhaltung bieten. Vielleicht sind Preispool und Zuschauerzahlen nicht im Bereich der Tier-1-Titel, doch kein anderes Event vereint soviele professionelle Spieler und bietet soviel Potential für interessantes Storylines.

Eine Investition in die Zukunft

Die BlizzCon ist nicht nur bekannt für ihre Turnier-Kultur, sondern vor allem als Blizzards Hausmesse. Als solche gibt es immer wieder Ankündigungen von zukünfitgen Hits. Vor zwei Jahren hatten die Entwickler ihren neuesten Beitrag zur Esport-Kultur angekündigt: Overwatch. Obwohl das Studio noch nie zuvor einen Shooter bis zur Veröffentlichung fertigstellte, wurde das Spiel sehr gut von der Kritik und der Spielerschaft aufgenommen.

Nächstes Jahr findet die erste Overwatch League statt, ein Multmillionen-Dollar Format, dass zwöf Teams aus aller Welt gegeneinander spielen lässt. Dazu arbeitet man mit etablierten Esport-Teams, international erfolgreichen Unternehmen und sogar traditionellen Sport-Clubs wie den  New England Patriots.

Blizzard hat eine eigene Esport-Arena. Alle Overwatch League Matches werden hier ausgetragen werden. Quelle: Blizzard Entertainment

Durch den Verkauf permanenter Plätze in der Liga versucht Blizzard die Overwatch-Szene und macht damit einen Schirtt in Richung Mainstream-Sport. Aus diesem Grund garantiert Blizzard den Spielern ein Mindestgehalt von 50.000 Dollar pro Jahr, faire Verträge, und einen gerechten Anteil am Preisgeld. Dieses System soll dann große Sponsoren anlocken, welche gerne in die Overwatch-Szene investieren, um ihre Reichweite auszubauen und global neue Märkte zu erschließen. Ein solches Experiment gab es im Esport noch nie zuvor, doch Blizzard ist bereit, dieses Risiko zu tragen und offen gesagt, sehen ihre Chancen erfolgreich zu sein, ziemlich gut aus.

Auch wenn die Kalifornier mit der  Overwatch League alle Hände voll zu tun haben, werden auch ihre anderen Spiele immer weiterentwickelt. Das letzte Hearthstone-Addon Knights of the Frozen Throne wurde erst vor kurzem veröffentlicht, trotzdem könnte zur BlizzCon neuer Content zum Kartenspiel gezeigt werden, bedenkt man die hohe Frequenz, mit der Blizzard das Spiel erweitert. Genau so regelmäßig erscheinen neue Inhalte für Heroes of the Storm,.Freunde des MOBAs sollten auf der BlizzCon daher die Augen aufhalten.

Legacy of the Void wird ebenfalls ein Facelift erhalten. Das zwei Jahre alte Addon wird große Balance-Änderungen nach den Global Finals auf der BlizzCon erfahren. Wie diese Änderungen sich auf die Anzahl neuer Spieler auswirken werden, bleibt abzuwarten und es darf daran gezweifelt werden, dass sie eine Renaissance des RTS auslösen. Dennoch wird der neue Patch bestehende Probleme attackieren und vor allem in Bezug auf die Protoss dem Siel einen ganz neuen Anstrich verleihen. Dazu könnte es sein, dass wir Neuigkeiten aus dem Coop-Bereich erhalten, dem meisten gespielten Game Modes des Spiels.

Und ws ist mit neuen Esport-tauglichen Spielen? Obwohl sich die meisten wahrscheinlich ein WarCraft IV oder ein mögliches StarCraft III wünschen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir Ankündigungen in diese Richtungen erwarten können. Die aktuellen Esport-Marken machen sich gut und StarCraft II ist immer noch das Nonplusultra im Bereich RTS. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Aufstieg des einen Strategiespiels den Untergang des Vorgängers bedeutet. Neue Spiele in anderen Genres sind auch nicht sehr wahrscheinlich, doch immer noch näher an der Realität als die Spiele, die wir uns am meisten wünschen würden.

Ehre dem Vermächtnis

StarCraft: Remastered ist der erste Klassiker, der einen Facelift erhalten hat. Werden Diablo II und WarCraft III bald folgen? Quelle: Blizzard Entertainment

Wo wir gerade dabei sind, es ist schon fast sicher, dass wir Neuigkeiten aus dem Classic Department erhalten werden. Das HD-Remaster von StarCraft: Brood War war ein Erfolg und erfährt gerade ein Comeback in Korea. Die alten Legenden Flash, Jaedong und Bisu sind zurückgekehrt und ziehen eine große Zuschauerschaft an, sowohl Koreaner als auch Fans außerhalb der asiatischen Halbinsel. Zwar beschränkt sich dieses Comeback zum grüßten Teil auf Korea, doch viele ältere Spieler erfreuen sich, den Klassiker noch einmal auf eine neue Weise erleben zu können. Die anderen Remasters werden damit sehnsüchtig erwartet.

Wir wagen hier eine Vorhersage und sagen, dass wir neues Footage zu den Diablo II und WarCraft III Remasters sehen werden. Während das erste vielleicht nicht für den Esport relevant ist (abgesehen von den sehr engagierten Speedrun- und PvP-Communitys), ist WarCraft III eine andere Geschichte. Wir denken nicht, dass es StarCraft II oder sogar Heroes of the Storm ersetzen wird. Dennoch, das Spiel scheint seit einiger Zeit ein beachtliches Comeback hinzulegen, vor allem seit Back2Warcraft das Spiel für das westliche Publikum zugänglicher macht.

Vermutlich ist der Einfluss der drei Remasters auf die Esport-Szene überschaubar, trotzdem werden sie für Blizzard zwei positive Effekte zur Folge haben. Erstens wird der Entwickler seine Reputation als Firma stärken, die ihre Kunden ernst nehmen und sich um sie kümmern. Sicher, Blizzard macht die Remasters nicht aus Nächstenliebe oder aus Wohltätigkeit, sondern um Geld zu verdienen. Dieses Vorgehen passend zur bisherigen Patchpolitik, vor allem wenn man bedenkt, dass Spiele, die seit 15 oder mehr Jahren auf dem Markt sind, immer noch Aufmerksamkeit erhalten. Die aufpolierten Versionen zeigen uns, dass wir auch weiterhin mit dem Support der Entwickler rechnen können.

Zweitens lockt Blizzard mit den HD-Versionen jüngere Spieler an, die die Klassiker aus offensichtlichen Gründen nicht gespielt haben. Mit den Remasters erweitert sich auch die Spielerbasis und macht auch Comebacks von Veteranen wahrscheinlicher. Außerdem behält man somit die Franchises in den Köpfen der Spieler, was zukünftigen Titeln ein Vorteil sein dürfte.

Der BlizzCon-Hype

Wie gesagt, die BlizzCon wird das wohl interessanteste Event des Jahres. Wir werden nicht nur Zeuge zahlreicher hochkarätiger Turniere, sondern vielleicht auch einiger Innovationen. Wir sind sehr gespannt, was Blizzard in diesem Jahr vorbereitet hat. Auch wenn größere Ankündigungen ausbleiben werden wir die Show genießen. Was würdet ihr gerne auf der BlizzCon sehen? Was können wir erwarten? Verratet es uns in den Kommentaren!

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